Im Zentrum der Gedenkregion Plötzensee steht der ehemalige Hinrichtungsschuppen des Gefängnisses Plötzensee am Hüttigpfad.

Im Gedenken an die Menschen, die hier ermordet wurden, wurden die katholische Kirche Maria-Regina Martyrum und die evangelische Gedenkkirche Plötzensee errichtet.

Straßen, Schulen, Plätze tragen die Namen von Widerstandskämpfern.

Gedenkstätte Plötzensee

Die Gedenkstätte Plötzensee im ehemaligen Hinrichtungsschuppen für die Opfer des Nationalsozialismus aus dem In- und Ausland ist ein Ort des stillen Gedenkens. Zwischen 1933 und 1945 wurden hier fast 3000 Menschen nach Unrechtsurteilen der NS-Justiz hingerichtet. Der Raum, in dem die Hinrichtungen stattfanden, ist heute Gedenkraum. Im Raum daneben wird die Praxis der nationalsozialistischen Justiz dokumentiert.

Der ehemalige Hinrichtungsschuppen gehört heute zur Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Jährlich am 20. Juli finden hier Gedenkveranstaltungen statt.

Foto: Bernhard Fricke

Auf der Webseite www.gedenkstaette-ploetzensee.de zeigt die Gedenkstätte Deutscher Widerstand 14 Tafeln zur Geschichte von Plötzensee

  1. Das Strafgefängnis Plötzensee
  2. Hinrichtungen in Plötzensee 1933 – 1945
  3. Liselotte Herrmann / Hermann Stöhr
  4. Erich Deibel / Josef und Veronika Augustyniak
  5. Die Europäische Union
  6. Tatarische Widerstandskämpfer um Musa Dshalil
  7. Die Blutnächte von Plötzensee
  8. Die Blutnächte von Plötzensee
  9. Die Rote Kapelle
  10. Terrorjustiz
  11. Justizmorde an tschechischen Widerstandskämpfern
  12. Der 20. Juli 1944
  13. Der 20. Juli 1944
  14. Der 20. Juli 1944

Die Gedenkkirche Maria-Regina-Martyrum

„Maria Regina Martyrum“ wurde 1960 – 1963 als „Gedächtniskirche der deutschen Katholiken zu Ehren der Blutzeugen für Glaubens- und Gewissensfreiheit aus den Jahren 1933 – 1945“ erbaut. Der damalige Berliner Bischof Julius Döpfner beauftragte den Würzburger Diözesanbaumeister Hans Schädel und den Architekten Friedrich Ebert mit dieser Aufgabe.

Maria Regina Martyrum ist Schädels einziger Längsbau, geostet und zugleich nach Plötzensee ausgerichtet. Das Licht der aufgehenden Sonne soll durch die Fensterbänder seitlich des Altargemäldes in den Kirchenraum einfallen, „wie eine österliche Verheißung“, – eine Zusage von Leben – „im Angesicht von Plötzensee“ – dem Ort qualvollen Sterbens.

Das Altarbild ist von Georg Meistermann (1911 – 1990) gestaltet und dient der biblischen und spirituellen Auseinandersetzung mit dem Geschehen von Plötzensee.

Hinweis auf die eigene Homepage: www.maria-regina-martyrum.de

Die evangelische Gedenkkirche

Die Gedenkkirche Plötzensee ist eines der beiden Gemeindezentren der Evangelischen Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord. Sie ist die jüngste von insgesamt drei Kirchen in dieser Region, die an die nationalsozialistische Hinrichtungsstätte Plötzensee erinnern.

Die Kirche wurde von 1986 bis 1970 unter der Leitung des Architekten Dr. Ing. Dietmar Grötzebach aus Berlin errichtet.

Die Kirche ist ein Zentralbau über quadratischem Grundriss. Die Südseite des Zentralbaus kann durch eine Faltwand zu einem Gemeindesaal erweitert werden, in dem Veranstaltungen und auch Theateraufführungen stattfinden. Für die West-, Nord- und Ostwand erteilte der Gemeindekirchenrat 1969 den Auftrag zur Gestaltung des „Plötzenseer Totentanzes“. Damit erhielt die Kirche neben ihrem Hauptinhalt, Stätte des Gottesdienstes zu sein, die zusätzliche Bedeutung als Mahnmal.

Der Gottesdienstraum selbst steht in Beziehung zu den Plötzenseer Gefängnissen: Die fensterlose Betonkuppel erinnert an eine Zelle. Nur von oben fällt Licht auf den zentral stehenden Altar: “Licht scheint in der Finsternis” (Joh. 1,5).

Der Kirchraum des Gemeindezentrums Plötzensee erfährt seine besondere Prägung durch den”Plötzenseer Totentanz” des Wiener Künstlers Alfred Hrdlicka. Auf 16 Tafeln von je 3,50 m Höhe und0,99 m Breite greift Hrdlicka das Motiv der mittelalterlichen Totentänze auf und verweist damit auf die heutige Bedrohung der Menschen und Völker durch Gewalt, Macht und Willkür. Auf allen Tafeln sind zwei Rundfenster zu sehen sowie ein Balken mit Fleischerhaken – ein Hinweis auf den ehemaligen Hinrichtungsschuppen im nahegelegenen Gefängnis Plötzensee (heute Gedenkstätte, Hüttigpfad).

Auch die andere Kirche der evangelischen Gemeinde, die Sühne-Christi-Kirche (1964), hat durch ihre Gedenkmauer den Charakter einer Gedenkkirche.

Foto: Rainer Boehm

Das ökumenische Gedenkzentrum

Wir blicken dankbar zurück auf eine jahrzehntelange enge ökumenische Zusammenarbeit zwischen den beiden Kirchen. Monatlich feiern wir in Maria Regina Martyrum ökumenische Friedensgebete. Viele Feiertage werden gemeinsam begangen, so der Altjahres-(Silvester-)Abend, der Reformations- und der Bußtag. Jährlich im Januar finden um den 23. Januar (Todestag von Helmuth James Graf von Moltke) und den 27. Januar(Holocaust- Gedenktag) herum die Plötzenseer Tage mit Gedenkveranstaltungen, Vorträgen, Gottesdiensten, Konzerten usw. statt. Auch an der Durchführung der Veranstaltungen zum 20. Juli sind wir jedes Jahr beteiligt.

Die “Plötzenseer Tage 2007″ erweiterten den Horizont: Mit Mutter Marija Skobtsova, einer orthodoxen Nonne und Theologin, die 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück ermordet wurde, kam der Einsatz von Christinnen und Christen aus der orthodoxen Tradition für Menschenwürde und Menschenrecht in den Blick. Erstmalig beteiligten sich Vertreter/innen der Orthodoxen Kirche an den Plötzenseer Tagen.

Die Straßennamen

Nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern benannte Straßen und Gebäude in unserem Gemeindegebiet:

Buchholzweg
Dahrendorfzeile
Delpzeile
Gloedenpfad
Goerdelerdamm
Nikolaus-Groß-Weg
Habermannzeile
Haeftenzeile(1)
Haeftenzeile(2)
Halemweg
Heilmannring
Paul-Hertz-Siedlung
Hofackerzeile
Hüttigpfad
Jakob-Kaiser-Platz
Kirchnerpfad
Klausingring
Letterhausweg
Leuningerpfad
Bernhard-Lichtenberg-Straße
Hermann-Maaß-Brücke
Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule
Friedrich-Olbricht-Damm
Poelchau-Oberschule
Popitzweg
Reichweindamm
Schneppenhorstweg
Kurt-Schumacher-Damm
Schwambzeile
Schwanenfeldstraße
Stieffring
Strünckweg
Teichgräberzeile
Terwielsteig
Adam-von-Trott-Straße
Wiersichweg
Wirmerzeile
Erwin-von-Witzleben-Grundschule